Neue Daten vom Statistischen Wanderamt

Die Auswertung unserer Packpferdewanderung hat interessante Daten hervorgebracht. Merkwürdige Zusammenhänge von Zahlen haben sich ergeben:

Draumsyn ist 20 Jahre alt, Jaquima 14 – und ich war 14 bei Draumsýns Geburt und 20 bei Jaquimas. Kann das Zufall sein?

Hier das wichtigste in Kürze:

100 Tage waren wir unterwegs, davon waren 58 Wandertage und 42 Pausentage. Als ich vor unserer Reise bei Emile Brager „Techniques du voyage à cheval“ gelesen habe, dass es manchmal halbe halbe ist mit dem vorwärts kommen, konnte ich mir das gar nicht so recht vorstellen. Jetzt schon. Und es ist auch ok so.

Insgesamt haben wir nur 11 Nächte im Bett geschlafen, ansonsten meistens im Zelt. Von Ende April bis Mitte September haben wir 87% aller Nächte im Zelt verbracht, was diesen Ausrüstungsgegenstand unentbehrlich gemacht hat. Seit unserem Auszug haben wir an 63 verschiedenen Orten geschlafen.

Der Paddockzaun kam jedoch relativ selten zum Einsatz, nur 12 Mal, wobei wir 27 mal unser Zelt abgezäunt haben, damit die Pferde es in der Nacht nicht niedertrampeln. Also hätte eine kürzere Litze wahrscheinlich auch gereicht. Mit 4 kg fiel der Paddockzaun nämlich ganz schön ins Gewicht (im Vergleich dazu wiegt das Zelt nur 1,7 kg).

Und nun zu den Kilometern: Wir sind tatsächlich durchschnittlich 15,5 km am Tag gewandert, manchmal deutlich mehr (26 km war die längste Etappe – der Cluny-Tag…) und manchmal sehr viel weniger (2 km). Aber rückblickend waren die kürzeren Etappen so um die 12-14 km die angenehmsten, weil wir dann einfach noch Zeit für uns hatten und nicht so fertig waren. Alles zusammengerechnet sind wir 900 km gelaufen von Altdorf nach Les Sauvages. Ein bisschen schade ist es schon, dass wir die 1000 km-Marke nicht geknackt haben, aber letztendlich sind das nur Zahlen. Wie viele Menschen und Pferde sind schon mal ein so langes Stück in ihrem Leben zu Fuß gelaufen?

 

Was Übernachtungskosten und Verpflegung angeht war die Schweiz das billigste Land. Das finde ich sehr lustig, weil meistens immer über die teuren schweizer Preise geschimpft wird. Es gibt zwei einfache Gründe dafür: In der Schweiz gibt es überall Bauern, bei denen wir kostenlos übernachten durften. Und viele Schweizer haben uns zum Essen eingeladen, sei es zum reichhaltigen Morgenessen oder zum Nachtessen mit der ganzen Familie. Doch egal ob wir in Deutschland, Frankreich oder der Schweiz einkaufen waren, wir haben durchschnittlich pro Tag etwa 17 € ausgegeben. Ist das viel oder wenig? Ich halte auch jetzt wo wir wieder sesshaft sind unsere Ausgaben fest und werde schauen, was dabei rauskommt.

Ein weiterer großer Posten waren natürlich die Tierarztkosten, die sich inzwischen auf 1000 € belaufen.

Deshalb möchte ich noch einmal ganz herzlich für die großzügige Unterstützung von Evi und meiner Oma bedanken!

Für mich persönlich ist auch interessant gewesen, welche Ausrüstungsgegenstände wir wie oft benutzt haben und welche davon sich auch im Dauergebrauch bewährt haben. Die Top 10 waren:

  • Halfter und Führstrick
  • Packsättel
  • Zelt
  • Schlafsack
  • Kocher mit Töpfen
  • Hose
  • Wanderschuhe
  • T-Shirts
  • Tagesrucksack
  • Schnuffeltuch

Da ich keine Schleichwerbung im Internet mag, könnt ihr gerne bei uns die Hersteller erfragen.

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Beim Wandern ist das Gewicht ja auch immer ausschlaggebend. Wir haben täglich die Packtaschen gewogen. Die Packtaschen von Jaquima haben zusammen relativ konstant 30 kg gewogen, mit Sattel und Decken hat sie also etwa 37 kg getragen. Draumsýns Taschen haben von 16 kg (wir sollten mal wieder einkaufen…) bis 24 kg (jetzt haben wir mal wieder zuviel eingekauft…) gewogen. Also hat sie insgesamt so 20 – 30 kg getragen. Der Packesel Artur hat immer ganz brav den Tagesrucksack mit Nüsschenbeutel, Wasserflasche und evtl. frischen Einkäufen getragen (Bitte nicht schubsen, ich habe einen Joghurt im Rucksack). Wie viel das gewogen hat, wissen wir nicht. Manchmal wahrscheinlich ganz schön viel.

Jetzt scheint das schon so lange her zu sein. Drei Monate waren auch ganz schön kurz und viel zu schnell vorbei. Die Momente, wo wir so richtig in den Wanderflow gekommen sind, waren rar. Umso mehr zieht es mich wieder raus in die Natur und es wird ganz bestimmt nicht das letzte Mal gewesen sein, dass wir wandernd unterwegs waren.

 

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