Draumsyn entscheidet für uns

In Hamburg lebten zwei Ameisen

die wollten nach Australien reisen.

Bei Altona auf der Chaussee

da taten ihnen die Beine weh.

Und da verzichteten sie weise

dann auf den letzten Teil der Reise.

In Les Sauvages taten Draumsyn die Beine weh. Und so verzichteten wir weise auf den letzten Teil der Reise.

In Ranchal hatten wir ernsthaft in Frage gestellt, ob wir unsere Wanderung fortsetzen sollen oder nicht. All die Krankheiten und Beschwerden von Draumsyn belasten auch uns und sie alle Mal. Da wir nicht länger auf der Wiese in Ranchal bleiben konnten, gehen wir mit der offenen Frage erst einmal weiter und streben das Etappenziel in der Auvergne an.

IMG_1039

Wir wandern zwei angenehme Tage die Hügelkette auf dem GR7 entlang und werden kurz vor Les Sauvages von der grandiosesten Aussicht auf unserer ganzen Reise belohnt. Man kann von den Alpen bis in die Auvergne fast alles in 360° überblicken. Nur die Pferde wollen nicht so recht laufen. Immer wieder bleiben sie stehen, auch Jaquima. So endet unsere Wanderung in Les Sauvages, als Draumsyn auch noch aufhört zu fressen. Die Tierärztin, die zum Glück schnell kommen kann, spricht von geschwollener Ohrspeicheldrüse und geschwollenen Fesseln und gibt uns einen ganzen Sack voll Medikamente. Und die Adresse von einem Bauern, wo wir erst einmal unterkommen können.

IMG_1041

Für uns ist klar, dass damit die Wanderung vorbei ist. Das ist einfach zu viel und neben der akuten Geschichte mit der Ohrspeicheldrüse ist die Schwellung an den Fesseln einfach ein deutliches Zeichen von Überlastung. Wir wissen, dass dies unser letzter Abend unterwegs sein wird. Umso bewusster genießen wir den Sonnenuntergang mit dieser herrlichen Aussicht und trauern. Am nächsten Morgen ziehen wir zum letzten Mal Hufschuhe an, satteln und bepacken die Pferde. Wir gehen ganz bewusst die letzten paar Kilometer bis zu dem Bauern. Die letzten Kilometer auf dem GR7 auf der historischen Route Napoléon.

IMG_1066

Wir können 5 Tage bei Xavier auf der Wiese bleiben, erfreuen seine Töchter mit Pony streicheln und reiten so oft sie wollen, bis wir einen Transport zu dem Wwoofing-Hof in der Auvergne gefunden haben. Am 100. Tag unserer Reise steigen wir in ein Auto und die Pferde in einen Hänger. Wandern geht nicht mehr, aber die Reise geht weiter.

IMG_1075

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s